Arbeit

In vielen Arbeitsbereichen können Flüchtlinge den Fachkräftemangel lindern, jedoch das Problem werden sie nicht lösen können. Denn ihre schulischen und beruflichen Qualifikationen entsprechen oft nicht den Anforderungen des Arbeitsmarktes.

Eine rasche Anerkennung der Bildungsabschlüsse und entsprechende Nachqualifizierungen sind daher wichtige erste Schritte. Hier kann eine Begleitung durch Ehrenamtliche sehr hilfreich sein.

Oft sind aber Fachkenntnisse aus der Migrationsarbeit erforderlich. Auch die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstellen sind dabei behilflich. Diese sind meistens bei den Kommunalen Integrationszentren der Kreise und kreisfreien Städte angesiedelt. Detaillierte Informationen zum Thema Anerkennung von Berufsabschlüssen stellt außerdem das Internetportal http://anabin.kmk.org zur Verfügung.

Unabhängig vom Anerkennungsverfahren möchten viele Flüchtlinge so schnell wie möglich arbeiten. Die Rolle von Ehrenamtlichen kann hier im Interesse einer dauerhaften Integration nicht hoch genug geschätzt werden. Ihre persönlichen Kontakte, aber auch eine zielgerichtete Akquise können der richtige Schlüssel beim Zugang zum Arbeitsmarkt sein (Praktikum, Hospitation, Ausbildung, Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung). Geht es dabei um Flüchtlinge im Asylverfahren oder um Geduldete, sollten Sie folgende aktuell gültigen Vorgaben beim Zugang zum Arbeitsmarkt beachten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • In den ersten vier Jahren muss jede Erwerbstätigkeit der Ausländerbehörde gemeldet werden.

  • In den ersten drei Monaten des Asylverfahrens herrscht absolutes Arbeitsverbot (gilt nicht bei Ausbildung und bei Hochqualifizierten).

  • Am 06. August 2016 trat eine Verordnung zur Änderung der Beschäftigungsverordnung in Kraft. Demnach wurde die sog. Vorrangprüfung – sie galt in den ersten 15 Monaten seit der Asylantragstellung -  für einen Zeitraum von 3 Jahren  ausgesetzt. Achtung: Gilt nicht für alle Agenturbezirke. Im Erzbistum Paderborn gilt die Vorrangprüfung in den Bezirken Bochum und Dortmund nach wie vor!

  • Für Personen mit einer Duldung oder Aufenthaltsgestattung wird die Vorrangprüfung für den gleichen Zeitraum auch bei einer Tätigkeit als Leiharbeiter/in ausgesetzt.

  • In allen Agenturbezirken findet die Prüfung der Beschäftigungsbedingungen weiterhin statt.

  • Menschen aus den so genannten „sicheren Herkunftsstaaten”, die nach dem 31. August 2015 „einen Asylantrag” gestellt haben, darf keine Beschäftigung mehr erlaubt werden. Das gleiche gilt für Geduldete aus den so genannten „sicheren Herkunftsstaaten”, deren nach dem 31. August 2015 gestellter Asylantrag abgelehnt wurde und für Asylbewerber, deren Asylantrag als offensichtlich unbegründet abgelehnt wurde. Als sichere Herkunftsstaaten gelten aktuell die Länder Albanien, Bosnien-Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal und Serbien (Juli 2016).

  • Für eine grobe Orientierung, ob Menschen mit einer Aufenthaltsgestattung, Ankunftsnachweis oder Duldung Zugang zum Arbeitsmarkt haben, kann eine  Übersicht des IQ-Netzwerks Niedersachsen sein.

Oft spielt im Alltag die Frage nach einem Praktikum für Asylbewerber und geduldete Personen eine wichtige Rolle. Dabei ist zu bedenken, dass es mehrere Varianten von Praktika gibt und je nach Tätigkeitsbeschreibung zu entscheiden ist, ob dafür die Zustimmung der Agentur für Arbeit erforderlich ist oder nicht.

Außerdem kann eine Vorsprache beim jeweiligen Integration Point bei der Vorbereitung und Vermittlung in den Arbeitsmarkt sehr hilfreich sein. Die Kontaktdaten teilt Ihnen die jeweilige Agentur für Arbeit mit.

Sind Sie Arbeitgeber und möchten Geflüchtete bei sich integrieren, haben aber noch Fragen, dann könnte das Netzwerk der DIHK wertvolle Informationen für Sie enthalten: www.unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de/netzwerk