Vom Willkommen zum „Ankommen"

Deutschland hat europaweit mit Abstand die meisten Menschen, die vor Krieg, Terror, Hunger, politisch oder religiös motivierter Gewalt Schutz suchen, aufgenommen. In den meisten Herkunftsländern herrscht ein anderes Verständnis der Freiheit von Meinung, Religion, Persönlichkeitsentfaltung, Partnerwahl, sexueller Selbstbestimmung, Erziehung etc. Trotzdem ist in der Diskussion um die Integration von Flüchtlingen – im weiteren Sinne - häufig die Rede davon, dass deutsche Werte und Normen eingehalten werden müssen. Doch was ist genau damit gemeint? Welche verbindlichen Prinzipien – falls es sie gibt – sollen wie vermittelt werden? Wie deuten Asyl- und Schutzsuchende die Verhältnisse in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft?

Auf diese und weitere Fragen möchte eine neue Broschüre Antworten geben. Das Mobile Beratungsteam (MBT) Berlin hat zahlreiche Beratungen, Recherchen und Hospitationen in Flüchtlingseinrichtungen durchgeführt und anhand dessen eine hilfreiche Handreichung herausgegeben: „Ankommen - Durch Normenorientierung und Wertediskussion den Integrationsprozess für Flüchtlinge erleichtern". Das MBT möchte dadurch einen Dialog anregen und einen Beitrag dazu leisten, wie mit Fragen zu allgemeinverbindlichen Normen und Werten in der professionellen und ehrenamtlichen Beziehungsarbeit umgegangen werden kann. Haupt- und Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, so das Fazit des Herausgebers.

Auch die Landeszentrale für Politische Bildung NRW hat eine mehrsprachige Broschüre zu diesem Thema herausgegeben. Sie behandelt u.a. die Themenbereiche Grundlagen der Demokratie in Deutschland, Rechtsstaatlichkeit, Persönlichkeit, Gleichberechtigung, Kinderrechte, Gewaltfreiheit, soziale Gerechtigkeit, Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit.  „Demokratie für mich – Grundrechte in Deutschland" eignet sich für geflüchtete und einheimische Menschen gleichermaßen. Sie liegt in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch, Farsi und Dari vor.